Nemeth 300

Pressemitteilung vom 26. April 2019. Am Freitag wurden die Projekte bekanntgegeben, die im Rahmen des Sonderprogramms Quartier und im Rahmen des Förderpro-gramms Quartiersimpulse durch das Ministerium für Soziales und Integration gefördert werden. Im Landkreis Böblingen profitiert davon das Projekt „Wir sind der Grund: Gut älter werden im Stadtteil“ mit 30.000 Euro. Das teilte der Böblinger CDU-Landtagsabgeordnete Paul Nemeth mit.

Bei dem Projekt gehe es darum, die Selbsthilfestrukturen zu stärken und die soziale Beteiligung in Böblingen zu fördern, erläutert Nemeth. Durch Ausbau und Vernetzung der Angebote und Akteure vor Ort sollen nachbarschaftliche Kommunikation und Engagement gefördert werden. Der Stadtteil Grund eigne sich für die generationengerechte Quartiersentwicklung besonders gut, so der CDU-Landtagsabgeordnete weiter. Jeder vierte der rund 6.000 Bewohner des Stadtteils sei älter als 65 Jahre.

Die Landesförderprogramme – insgesamt ausgestattet mit mehr als 6 Mio. Euro – sind Bestandteil der Landesstrategie Quartier 2020. Im Rahmen dieser Strategie unterstützt das Land Städte, Gemeinden, Landkreise und zivilgesellschaftliche Akteure bei der alters- und generationengerechten Quartiersentwicklung. Ziel ist es, lebendige Quartiere zu gestalten – also Nachbarschaften, Stadtteile oder Dörfer, in die Men-schen sich einbringen, Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig unterstützen.

Mit ihrem Abschlussbericht hat die Enquete-Kommission Pflege des Landtags dem Parlament und der Regierung einen umfassenden Katalog an Handlungsempfehlun-gen an die Hand gegeben. Dieser wird nun sukzessive umgesetzt. Ein wichtiges Handlungsfeld ist dabei die Quartiersentwicklung: Damit möglichst viele Menschen an ihrem Wohnort oder in Wohnortnähe alt werden können, müssen im jeweiligen Quartier verschiedene Formen der Betreuung und Pflege vorhanden und gut miteinander vernetzt sein. Solche Angebote müssen in einer hinreichenden Dichte auf kommuna-ler Ebene geschaffen werden. Dabei will die Landesstrategie Quartier 2020 den Akt-euren vor Ort helfen.

Angesichts des demografischen Wandels wird der bedarfsgerechten Gestaltung des sozialräumlichen Umfelds der pflegedürftigen Menschen und der wirksamen Unterstützung deren pflegender Angehöriger in den nächsten Jahren zentrale Bedeutung zukommen. Heute werden 72 Prozent der pflegebedürftigen Menschen im Land zu Hause versorgt, 60 Prozent von Ihnen ausschließlich durch Angehörige. Damit sind die Familien mit Abstand der größte Pflegedienst im Land und auf wohnortnahe Unterstützungs- und Beratungsangebote zwingend angewiesen. Vor diesem Hintergrund wollen wir auch im Rahmen des anstehenden Doppelhaushalts einen Schwerpunkt bei der Förderung bedarfsgerechter pflegerischer Versorgungsstrukturen setzen.