Die CDU-Kreistagsfraktion fordert einen Neuanfang beim Gärtringer Schlachthof. Nach der vorläufigen Schließung des Betriebs durch das Landratsamt, müsse nun schleunigst ein Konzept für die Zukunft der regionalen Schlachtung im Landkreis erarbeitet werden, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Helmut Noë in einer Pressemitteilung. 

Dabei müsse man auch mit dem Landkreis Tübingen und der Stadt Rottenburg ins Gespräch kommen, die derzeit ebenfalls in der Diskussion über die Zukunft des dortigen Schlachthofes stünden. Ein gemeinsamer Neuanfang könnte Vorteile für alle Seiten bieten. Die Vermeidung unnötiger Tiertransporte und eine regionale Herkunft seien weiterhin gute Argumente für die genossenschaftliche Schlachtung vor Ort, erklärte er weiter. Schließlich sei der Schlachthof ein wichtiger Dienstleister für die Bauern und Metzger der Region. „Allerdings muss der schonende Umgang mit den Tieren absoluten Vorrang haben“, betonte Noë. Um das sicherzustellen, will die CDU Kreistagsfraktion prüfen, ob der Landkreis eine aktivere Rolle übernehmen kann.

Denkbar wäre zum Beispiel ein Beitritt des Landkreises zu der Genossenschaft, so dass über entsprechende Stimmrechte künftig auch direkt Einfluss auf die Geschäftspolitik genommen werden kann, erklärte Gärtringens Bürgermeister Thomas Riesch, der auch stellvertretender Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion ist. Im Gegenzug wäre dann auch eine Mitfinanzierung durch den Landkreis möglich, so dass notwendige bauliche Maßnahmen im Sinne des Tierwohls schnellstmöglich umgesetzt werden können. „Die CDU Kreistagsfraktion fordert auch eine finanzielle Unterstützung des Landes Baden-Württemberg für einen zukunftsfähigen regionalen Schlachthof“, so der Fraktionsvorsitzende Helmut Noë. Schließlich seien Tierwohl und die Stärkung regionaler Lebensmittel auch wichtige landespolitische Ziele.

Voraussetzung für einen glaubwürdigen Neuanfang ist für die CDU in jedem Fall eine organisatorische und personelle Neuaufstellung des Schlachthofs. Diesen müsse die Politik kritisch und konstruktiv begleiten. "Wir brauchen kleine regionale Schlachthöfe", so der CDU-Landtagsabgeordnete und Kreisrat Paul Nemeth, aber die müssten auch beim Tierschutz eine besondere Vorbildfunktion einnehmen.